The Darjeeling Limited

“Dad’s bags aren’t gonna make it.”

Sehr schräger Film von Wes Andersen mit spleenigen Figuren, skurilen Dialogen und wirrer Geschichte. Drei Brüder (Owen Wilson, Adrien Brody und Jason Schwartzman) begeben sich auf einen spirituellen Trip mit dem Darjeeling Limited Express quer durch Indien, um die Funkstille untereinander nach dem Tod des Vaters zu überbrücken. Auf ihrer Reise passieren merkwürdige Dinge, werden merkwürdige Dialoge ausgetauscht, und die Hauptdarsteller bedröhnen sich nonstop mit Alkohol, Zigaretten und rezeptfreiem indischen Hustensaft.

Dazu ein Laminiergerät, das durch die Indische Wüste geschleppt wird, eine deutsche Autowerkstatt namens “Luftwaffe Automotive”, ein von Louis Vuitton designtes extravagantes Kofferset, das jede zweite Szene bestimmt, ein Vorfilm im Pariser Hotel mit einer halbnackten Natalie Portman, sowie Gastauftritte von Bill Murray und Anjelica Huston, und fertig ist der einer dieser Filme wie z.B. The Big Lebowsky, die man vermutlich nur bekifft anschauen sollte (oder nachdem Genuss von rezeptfreiem indischen Hustensaft), um sie richtig wertzuschätzen und auf sich wirken zu lassen. Mit der richtigen Dröhnung scheint er dann auch zu begeistern, in nüchternem Zustand ging The Darjeeling Limited an mir ziemlich vorbei. Das wirkte alles ein wenig zu bemüht schräg und ungewöhnlich, die meisten Dinge bleiben unaufgeklärt und sinnfrei, und die Story, wenn man denn von einer sprechen mag, mäandert zäh vor sich hin. Ganz nett sind die visuellen Einfälle von Regisseur Andersen, gerade zum Ende hin beeindruckt er mit sehr geschickt inszenierten Kompositionen aus indischer Landschaft, fein orchestriertem Zusammenspiel der Figuren, unorthodoxen Schnitten und Ultra-Slow-Motion. In diesen Momenten wird verständlich, warum Andersens eigenwillige Werke wie der Darjeeling-Vorgänger The Life Aquatic in bestimmten Kreisen Kultstatus genießen. Man kann vermutlich in jede Szene und jedes Detail des Films eine Menge hineininterpretieren. Man kann das aber auch lassen und die Erzählweise schlicht für aufgesetzt und pseudo-tiefsinnig halten.

Der Soundtrack ist eine abenteuerliche Mischung aus 60er Jahre Pop, indischen Etno-Klängen und französischen Chansons. Großartig allerdings die Schlußszene, bei der Andersen den fahrenden Zuges durch die indische Landschaft mit Joe Dassins Schlager „Les Champs-Élysées“ unterlegt.

Das ist alles ganz nett und hat durchaus seine Momente, reicht aber leider nicht, um über volle Spielfilmlänge zu unterhalten, es sei denn, man sieht die Farben noch leuchtender als sie es eh schon sind durch vorhergehende Einnahme bewußtseinserweiternder Substanzen…

The Darjeeling Limited, USA 2007 – deutscher Kinostart: 03.01.2008
4/10 Punkte
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