The Best Exotic Marigold Hotel

„Everything will be all right in the end… if it’s not all right then it’s not yet the end.“

Ich mag ja britische Ensemblefilme. Und wenn sie, wie in diesem Fall, so hochkarätig besetzt sind, kann eigentlich kaum noch etwas schiefgehen. Bei „Best Exotic Marigold Hotel“ fehlt eigentlich nur noch Helen Mirren, um die britische All-Star-Riege zu komplettieren. Der Film begleitet eine Gruppe britischer Rentner, die aus unterschiedlichen Beweggründen ihren Lebensabend im vermeintlich feudalen „Best Exotic Marigold Hotel“ in Indien verbringen wollen. Das Hotel stellt sich bei näherer Betrachtung als eher baufällige Bude heraus, und die britischen Senioren müssen sich mit der fremden Umgebung und ganz unterschiedlichen Herausforderungen in der neuen Heimat arrangieren.

Die Figuren sind sehr plakativ geschnitzt: Evelin (Judy Dench), die nach dem Tod ihres Mannes zum ersten Mal in ihrem Leben auf eigenen Beinen stehen muss; Muriel, die ausländerfeindliche grantige Alte (Maggie Smith); Douglas (Bill Nighy), der schüchterne und vor seiner Frau kuschende Ehemann;  Sonny, der lustige aber etwas weltfremde indische Hotelbetreiber;  usw. usw. Und auch die Charakterentwicklung ist nicht gerade überraschend, die ganze Story verläuft auf sehr vorhersehbaren Bahnen. Dennoch macht es einen unglaublichen Spaß, der Seniorenriege beim Kampf mit der neuen Lebenssituation und beim vorsichtigen Knüpfen von Freundschaften untereinander zuzuschauen.  Allem voran Judy Dench schafft es, ihrer eigentlich schlichten Figur die nötige Tiefe aus Tragik, Verzweiflung und Zuversicht zu geben.  Und auch Maggy Smith nimmt man die von der Story eher unvermittelt herbeigeschriebene Wandlung von der garstigen Fremdenhasserin zur gutmütigen Oma sofort ab. Bill Nighy leidet ein wenig am Till Schweiger Phänomen: Mit seinem Herumgestottere und linkischen Gestus wirkt er vor allem wie Bill Nighy, egal ob er einen alternden Rockstar, einen Auftragskiller oder wie hier einen verhärmten unterdrückten Ehemann spielt.

Das Indien von Best Exotic Marigold Hotel ist immer ein wenig zu gut ausgeleuchtet und zu postkartenhaft, um glaubwürdig zu wirken. Selbst mitten im chaotischen Verkehrsgewusel in Jaipur hat man niemals wirklich Angst, dass den Protagonisten hier von irgendwoher Unheil droht. Und die vermeintliche Bruchbude des Marigold Hotels sieht so aus, als müsste eigentlich nur mal jemand feucht durchwischen, um den alten Glanz wiederherzustellen. Aber das macht alles nichts, das ganze ist schließlich ein Feedgood-Movie im allerbesten Sinne.

 The Best Exotic Marigold Hotel, Großbritannien 2011.
9/10 Punkte
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