Yes Man (Der Ja-Sager)

“The era of “yes” has begun.”

Sehr formelhafte high concept Komödie mit Jim Carrey, der einen entscheidungsunfreudigen geschiedenen Sachbearbeiter spielt, dessen Leben sich durch ein Motivationsseminar dramatisch ändert. Der Motivationsguru fordert, das Leben zu bejahen und zu allen Fragen, Aufforderungen und Bitten daher einfach Ja zu sagen, und Protagonist Carl gibt dem ganzen – zunächst zögerlich – eine Chance. Das klappt nach einigen Anlaufschwierigkeiten erstaunlich gut: Auf einmal geht es im Job aufwärts, Carl lernt eine bezaubernde Frau kennen (Zooey Deschanel) und amüsiert sich mit seinen Kumpels. Wie im Standard-Komödienbaukasten üblich, geht die Geschichte natürlich nicht ganz so reibungslos weiter: Es kommt es gegen Ende noch zur unvermeidlichen Krise und Läuterung, bevor wir dann dem überraschungsfreien Ende entgegensehen. Ganz nett, ist dass hier auf ein magisches story device etwa wie in Bruce Almighty oder Der Dummschwätzer verzichtet wird: Carl kann im Rahmen der Story durchaus selbst entscheiden, ob und wie weit er die Ja-Sagerei durchzieht.

Ein klein wenig aus dem braven Komödien-Korsett bricht die Story aus, als die Carl durch seine Ja-Sagerei in die Fänge der US Homeland-Security gerät, die aus seinen – Ja-Sager-bedingt – extravaganten Freizeitbeschäftigungen einen abstrusen Terror-Vorwurf macht. Die Szenen persiflieren sehr effektiv, wie man durch die Terrorismus-Panik in Amerika sich mittlerweile auch als unbescholtener Bürger sehr schnell verdächtig machen kann, und auf einmal Schwierigkeiten hat, seine Unschuld zu beweisen.

Jim Carrey hat man schon mal besser gesehen, seine Leistung hier ist aber zumindest routiniert. Carrey kann sich das Grimassenschneiden, mit dem er berühmt geworden ist, auch hier nicht verkneifen, was storymäßig nur bedingt passt. Man kann sich den Regisseur geradezu vorstellen wie er in einigen Szenen gerufen hat: “Komm, Jim, mach jetzt noch ein paar funny faces für deine Fans”. Eine sehenswerte Nebenrolle hat hingegen Terence Stamp als diabolischer Motivationsguru Terrence Bundley.

Ganz charmant ist, dass Yes-Man gar nicht erst versucht, etwas anderes zu sein als eine konventionelle Komödie. In diesem Rahmen ist die Geschichte durchaus amüsant und kurzweilig, auch wenn die Story zwischendurch etwas holprig wird und viele Szenen wie lustige Einfälle der Drehbuchautoren wirken, die man auch noch irgendwie reinbekommen musste.

Yes Man (Der Ja-Sager), USA, Australien 2008 – deutscher Kinostart: 19.02.2009
5/10 Punkte
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