Night at the Museum: Battle of the Smithsonian (Nachts im Museum 2)

“Was ist dieser Würfel des Rubik – was kann der?”

Die eher schlichte Familienkomödie Nachts im Museum war 2006 ein Überraschungserfolg, der bei eher durchschnittlichem Budget von 110 Millionen Dollar über eine halbe Milliarde Dollar eingespielt hat und damit auf Platz 50 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten gelandet ist. Nicht verwunderlich, dass da schnell ein Sequel her musste, um die Kuh weiterzumelken. Regisseur Shawn Levy, der schon Teil 1 verantwortete, hat mit “Battle of the Smithonians” eine klassische Fortsetzung gedreht, die das Erfolgsprinzip nicht neu erfindet sondern die Geschichte einfach noch etwas größer und bunter weiterdreht.

Larry ist mittlerweile vom Nachtwächter zu einem erfolgreichen Unternehmer geworden. Sein altes Museum wird modernisiert, so dass die alten Exponate, die nachts heimlich zum Leben erwachen, ausgemustert und ins Archiv nach Washington verschickt werden sollen. Im Smithonian, dem “größten Museum der Welt”, geht das Abenteuer allerdings weiter, da auch die ägyptische Tafel, die die Exponate zum Leben erweckt, mit nach Washington gelangt. Dort erwartet die Protagonisten aus Teil 1 eine unfreundliche Begrüßung: Der große Gegenspieler ist diesmal Kah Mun Rah (sehr amüsant: Hank Azaria), der Bruder des Pharaos aus dem ersten Teil. Er verbündet sich mit den anderen Oberfieslingen im Museum, namentlich Iwan dem Schrecklichen, Napoleon Bonaparte und Al Capone. Die bedrängten Museumsfiguren wenden sich an Larry, der sich im Kampf gegen die Bösen wiederum ein paar historische Figuren wie einen steinernen Abraham Lincoln, General Custer (Bill Hader) und als weiblichen Sidekick Amelia Earhart (Amy Adams) sucht.

Man merkt deutlich, dass die Macher unbedingt noch einen draufsetzen wollten: Diesmal werden nicht nur historische Figuren, Dinosaurier oder Zinnsoldaten zum Leben erweckt, sondern auch Kunstgegenstände wie der Balloon Dog von Jeff Koons oder Bilder von Edward Hopper und Roy Lichtenstein. Larry kann direkt in die Bilder springen und sich dann etwa zum VJ Day auf die Siegesparade von 1945 begeben (natürlich in passend in schwarz-weiß). Schon Teil 1 hat ganz erheblich von den beeindruckenden Trickeffekten gelebt, die die Museumsfiguren zum Leben erweckt haben. Auch Teil 2 setzt voll auf die CGI-Karte. Die Tricktechniker haben wieder eine Reihe wirklich netter Ideen gehabt: So erwachen etwa auch drei Putten auf einem Marmorbrunnen zum Leben und rocken mit ihrer Harfe los (verkörpert von den US-Kinderstars Jonas Brothers). Al Capone und seine Ganoven wandern hingegen stilecht in schwarzweiß durch die farbige Szenerie. Und zum Dechiffrieren eines Codes wendet sich Larry an eine Reihe Spielzeug-Wackelkopf-Einsteins, sehr niedlich animiert und synchronisiert. Und als Cameos dürfen schließlich auch noch Oscar aus der Sesamstraße und Darth Vader (”why the cape? Are we going to the opera?”) auftreten. Alles ein bisschen viel und sehr überdreht.

Die ganzen Gimmicks sorgen dafür, dass das ganze noch ein wenig abstruser und over the top ist als Teil 1. Dazu ist das Timing ein wenig holprig und die Story dient eher dem losen Überleiten von einer Pointe zur nächsten. Der orchestral-bombastischer Soundtrack von Alan Silvestri passt allerdings sehr gut zum bunten Treiben auf der Leinwand.

Ich mag Ben Stiller ja eigentlich nicht, aber in diesen überdrehte Film ist er perfekt als ruhender Pol zwischen all den überzeichnet-karikierten Figuren. Night at the Museum 2 ist wieder big budget family entertainment, kurzweilig und jugendfrei. Und doch haben die Macher es geschafft, ab und zu ein paar subversive Späßchen einzubauen, wie etwa eine wirklich sehenswerte Reminiszenz an das blutdrünstige Schlachtepos 300.

Night at the Museum: Battle of the Smithsonian (Nachts im Museum 2), USA, Kanada 2009 – deutscher Kinostart: 21.05.2009
6/10 Punkte
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