School for Scoundrels (Der Date Profi)

“You want things to change? Call the number and follow the instructions”

Da hat der deutsche Verleih mal wieder ganze Arbeit bei der Übersetzung geleistet. Weil “Hitch- der Date Doktor” so gut lief, erinnerte man sich an die alte Skat-Regel “was einmal geht, geht auch zweimal” und bringt die amerikanische Komödie “School for Scoundrels” (sinngemäß etwa: “Die Schurkenschule”) als “Der Date Profi – Was du brauchst, ist die richtige Masche!” raus. Schade, dass dieser Titel kaum was mit dem Inhalt des Films zu tun hat. Hier gehts nämlich nicht um eine Dating Schule, sondern um ein Training für Harte Männer:

Dr. P (Billy Bob Thornton) unterrichtet eine Schar von Losern, die noch bei ihren Eltern wohnen, im Job schikaniert werden und auch bei Frauen nichts auf die Reihe bekommen. Dr. P. will mit drastischen Konfrontationsübungen, Paintball-Spielen ohne Schutzausrüstung und harten Drills ganze Männer aus ihnen machen – das Ziel: “No more Mr. Nice Guy”.

Roger (Jon Heder) ist einer von diesen Losern. Er hat einen trostlosen Job als Parkwächter und ist unglücklich verliebt in seine Nachbarin Amanda (Jacinda Barrett). Selbst aus dem ehrenamtlichen “Großer Bruder”Programm wird er rausgeschmissen, weil kein Kind ihn zum großen Bruder haben will. Als er komplett am Boden zerstört ist, gibt ihm ein Freund die Nummer von Dr. P, und alles ändert sich für ihn. Schon bald hat er eine Verabredung mit seiner Nachbarin und auch im Job mehr Selbstbewußtsein.

Es zeichnet sich der typische romantic comedy plot ab: Hauptdarsteller gewinnt durch die beigebrachten Tricks das Herz der Angebeteten, aber dann fliegen seine Tricks auf und es kommt zum großen Zerwürfnis. Am Ende gesteht er ihr reumütig in einer ergreifenden Geständnisszene seine Liebe und alles endet gut (wo hab ich das das letzte Mal gesehen, ach ja, hier zum Beispiel). Erstaunlicherweise folgt der Film nicht diesem naheliegenden Standardmuster, sondern nimmt eine überraschende Wendung und entwickelt sich in eine ganz andere Richtung: Roger ist ein zu eifriger Schüler und fordert damit den Platzhirschen Dr. P. heraus, bis es zum großen Showdown zwischen den beiden kommt.

Die Geschichte ist ein Remake des britischen 60er Jahre Streifens School for Scoundrels or How to Win Without Actually Cheating. Komödienspezialist Todd Phillips (Old School, Road Trip) hat den Stoff ganz gut besetzt, allem voran mit Billy Bob Thornton als harten Hund, der überzeugend seine Losertruppe drillt, und Michael Clarke Duncan als seinen finsteren muskelbepackten Assistenten Lesher. Passend auch Moby-Lookalike Todd Louiso (der nerdigen Plattenverkäufer aus High Fidelity), der einen der schüchternen Loser spielt. In einer Nebenrolle ist Ben Stiller zu sehen, der allerdings mal wieder an leichtem over-acting leidet.

Leider kann sich der Film nicht richtig entscheiden zwischen schenkelklopfendem Humor, romantic comedy oder ernsthafter Story. Dazu kommt das streckenweise sehr schlechte timing – es gibt so einige Szenen, die weder witzig sind, noch die Story weiterbringen. Insgesamt immer noch ganz kurzweilig und deutlich besser, als der deutsche Titel vermuten läßt, aber ohne bleibenden Eindruck.

School for Scoundrels (Der Date Profi – Was du brauchst, ist die richtige Masche!), USA 2006 – deutscher Kinostart: 02.08.2007
5/10 Punkte
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