He’s Just Not That Into You (Er steht einfach nicht auf dich)

“Man ist der Arsch wenn man zu lange mit einer zusammen ist und sie nicht heiratet. Dann heiratet man sie und ist der Arsch weil man noch nicht bereit war.”

Für He’s just not that into you hat Regisseur Ken Kwapis so ziemlich alle Stars des rom com Genres versammelt, von Jennifer Aniston über Ben Affleck, Jennifer Connelly und Drew Barrymore bis zu Scarlett Johannson, da fehlt eigentlich nur noch Hugh Grant. Der Filmtitel ist ein Zitat aus einer Sex & the City Episode, das mittlerweile zu einem geflügelten Wort geworden ist um zu beschreiben, dass Frauen es oft nicht wahrhaben wollen, wenn ein Mann sie nicht will, sondern lieber nach vermeintlichen Zeichen und Andeutungen suchen, um ihre Traumwelt nicht zu zerstören.

Der Storyaufbau ist stark inspiriert vom britischen rom com Klassiker Love Actually und verbindet eine Reihe lose miteinander verwobener Geschichten zu einem fluffigen Paket: Da ist zum einen die Single-Frau Mary (Drew Barrymore), die verzweifelt die neuen Dating-Regeln in Zeiten von Myspace & Co. herauszufinden versucht. Oder das Ehepaar Janine (Jennifer Connelly) und Ben (Bradley Cooper), die viel zu früh geheiratet haben, weil Janine ihn nach dem Studium dazu gedrängt hat. Ben lernt die attraktive Anna (Scarlett Johansson) kennen, die sich in ihn verliebt, aber gleichzeitig eine lockere Beziehung zu Conor (Kevin Connolly) hat, der wiederum in sie verliebt ist. Oder das Pärchen Beth (Jennifer Aniston) und Neil (Ben Affleck), die seit sieben Jahren zusammen sind und in eine Krise stürzen, weil er partout nicht ans heiraten denkt. Und nicht zuletzt die verträumte Gigi (Ginnifer Goodwin), die nach jedem Date sehnsüchtig auf den Anruf wartet und nicht wahrhaben will, dass der Mann “just not that into you” ist. Und sich vom Date-Doktor Alex (Justin Long) daher Nachhilfe in Sachen Männer und Dating geben läßt.

Justin Long hat damit auch eine der besten Episoden in diesem Beziehungskosmos, die aber leider durch ein allzu kitschiges Ende verhunzt wird. Glücklicherweise wird nicht an alle Geschichten ein zuckersüßes Hollywood Ende drangeklatscht – wie schon beim Vorbild Love, Actually dürfen auch hier einige der Beziehungen sehr real in die Brüche gehen und werden nicht einfach wieder am Schluß gekittet. Alles natürlich im Rahmen einer romantic comedy, die ihre Zuschauer am Ende mit einem wohligen Gefühl zurücklassen will und nicht mit schweren Depressionen.

Vom anderen Genre-Vorbild Harry & Sally hat man recht schamlos die Interview-Statements geklaut, die die verschiedenen Teile des Films einläuten: Was es heißt, wenn er nicht anruft, wenn sie nicht mit ihm schlafen will, wenn er nicht heiraten will. Leider erreicht He’s not that into you nie ganz die Klasse seiner Vorbilder, sondern bewegt sich in deutlich seichterem Terrain. Die Geschichten sind eine Spur zu harmlos, die Dialoge nicht bissig genug, die Pointen immer ein wenig zu platt und die Charaktere haben eine sehr überschaubare Tiefe. So dürfen natürlich auch die Klischee-Schwulen hier nicht fehlen, die in jeder rom-com zu finden sind.

Beim Soundtrack hat man sich eher für die risikolose Variante entschieden und ein paar gut abgehangene Hits von R.E.M, Keane oder The Cure eingebaut, was aber nicht das schlechteste ist. Das Star-Ensemble spielt routiniert, auch wenn der eine oder andere hier sicher nicht gerade 100 Prozent seiner schauspielerischen Leistung abrufen musste. Insgesamt durchaus kurzweilige Unterhaltung, die besser ist als ein Großteil der Hollywood-Massenware in diesem Genre, aber auch viel verschenktes Potential.

He’s Just Not That Into You (Er steht einfach nicht auf dich), USA 2009 – deutscher Kinostart: 12.02.2009
6/10 Punkte
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