Zodiac (Zodiac – Die Spur des Killers)

“Sie werden ihn kriegen” – “Mein Freund, es werden bereits Filme über ihn gedreht”

David Fincher ist bekannt für intelligent gemachte Schocker, die vor allem von einer gelungenen visuellen Umsetzung leben. In Panic Room hat er aus einer simplen Geschichte einen atmosphärisch dichten Thriller gemacht. Das Serienkiller-Genre hat er mit Se7en 1995 neu belebt war damit für eine ganze Reihe nachfolgender Filme stilbildend.

Mit Zodiac hat Fincher einen weiteren Serienkiller-Film vorgelegt, der wie ein typischer Vertreter seines Genres beginnt. Auch Zodiac beeindruckt durch geschickte Kameraführung, stimmige Beleuchtung, visuell beeindruckende Schnitte und Überblendungen. Fincher versteht sein Handwerk wie kaum ein Zweiter.

Ein anonymer Killer ermordet scheinbar wahllos auf brutale Weise Menschen. In Bekennerschreiben an lokale Zeitungsredaktionen bezeichnet er sich als “Zodiac”, und gibt gleichzeitig verschlüsselte Botschaften mit, die in den Zeitungen veröffentlicht werden müssen, wenn nicht weitere Morde passieren sollen.

Ihm auf den Fersen ist sowohl die Polizisten David Toschi (Mark Ruffalo) und William Armstrong (Anthony Edwards), als auch die Journalisten Paul Avery (Robert Downey Jr.) und Robert Graysmith (Jake Gyllenhaal). Graysmith, der als Cartoonist bei der Zeitung arbeitet, wirkt dabei ein wenig wie der unscheinbare Peter “Spiderman” Parker. Er ist von den verschlüsselten Botschaften Zodiacs fasziniert, beginnt sie zu entschlüsseln und sich immer tiefer in die Verfolgung des Mörder hineinzusteigern.

Während Zodiac wie ein klassischer Serienkiller-Thriller beginnt, in dem Täter, Opfer und Polizei Katz und Maus spielen, und die Bluttaten sehr explizit und brutal in Szene gesetzt werden, entwickelt sich die Geschichte dann doch ganz anders. Der Mörder wird nicht in einer dramatischen Verfolgungsjagd gefasst, sondern die Ermittlungen verlaufen im Sande und ziehen sich über Jahre hin. Leider war das Verlassen klassischer Thrillerpfade nicht wirklich eine gute Idee. Die dokumentarische Aufbereitung der jahrzehntelangen Fahndung nach Zodiac verliert sich in Details, ohne einen echten Spannungsbogen zu erhalten. Zumindest die Zeitsprünge sind nett umgesetzt, und man kann an den leicht veränderter Ausstattung, Frisuren und Klamotten der Protagonisten nachvollziehen, dass man sich von den 60ern langsam in die 70er und schließlich in die 80er und 90er Jahre bewegt.

Zodiac beruht auf einer wahren Geschichte, die auch schon für den ersten Dirty Harry Film als Vorlage diente (in Zodiac gehen die Hauptdarsteller denn auch in eine Dirty Harry Vorführung). Leider versucht Zodiac zu sehr an den wahren Ereignissen zu bleiben. Die auf fast 160 Minuten Spielzeit ausgewälzte jahrzehntelange Detektivarbeit ermüdet mehr als alle Dirty Harry Filme am Stück. Und am Ende wird die Geduld noch nicht einmal belohnt, sondern eher noch weiter strapaziert. Einzig die visuell beeindruckende und aufwändige Produktion bleibt bis zum Schluß sehenswert, aber für zweieinhalb Stunden ist das zu wenig.

Zodiac (Zodiac – Die Spur des Killers), USA 2007 – deutscher Kinostart: 31.05.2007
4/10 Punkte
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