1408 (Zimmer 1408)

“You can check out any time you like, but you can never leave” – The Eagles, die Geschichte dieses Films schon 1977 vorwegnehmend.

1408 basiert auf einer Kurzgeschichte von Stephen King, und genauso fühlt sich der Film auch an: Das Geschehen läßt sich in einem Satz zusammenfassen (Mystery-Autor wird von einem verwunschenen Hotelzimmer tyrannisiert), und am Ende wird King-typisch nichts aufgeklärt. Was als Kurzgeschichte vielleicht noch funktionieren mag, ist als eineinhalbstündiger Kinofilm dann doch arg dünn. Sicher, Regisseur Mikael Håfström schafft es anfangs, durchaus sowas wie Spannung aufzubauen, auch wenn die dazu verwendeten Mittel aus dem Anfängerhandbuch für Horrorfilme entnommen sind (dramatische Musik, plötzlich im Spiegel auftauchende Gestalten, überraschend anspringende Wecker, Kakerlaken). Aber mit jeder weiteren Minute wird das Ganze abstruser, ohne das tatsächlich irgendetwas relevantes passieren würde. Es spukt halt, der Protagonist wird mit seinen geheimen Ängsten konfrontiert, und Blut spritzt aus den Wänden. So what. Und nein, natürlich darf auch die Szene nicht fehlen, in der alles vorbei zu sein scheint, sich das Opfer in Sicherheit wiegt und der Zuschauer sich langsam entspannen soll, sich aber dann doch alles als Illusion herausstellt und der Horror weitergeht. Welchen Zuschauer kann man mit sowas heute eigentlich noch überraschen? Ein Blick auf die Uhr hätte genügt um festzustellen, dass das noch nicht alles mit dem Horror gewesen sein kann, weil der Film sonst arg kurz geraten wäre.

John Cusack müht sich redlich, die dünne Story mit routinierter schauspielerischer Leistung auszufüllen, aber das reicht leider nicht, genausowenig wie der kleine Gastauftritt von Samuel L. Jackson. Auch die durchaus solide technische Umsetzung mit ganz netten optischen Effekten rettet leider nicht viel, hat aber vermutlich dazu beigetragen, dass 1408 eine Menge noch halbwegs freundlicher Bewertungen bekommen hat. Als Folge von “Twighlight Zone” wär das Material sicher zu gebrauchen gewesen, aber für einen Kinofilm ist das deutlich zu wenig. Es gibt übrigens noch ein alternatives Ende, das wohl bei den Testvorführungen durchgefallen ist. Hätte den Film aber auch nicht gerettet.

1408 (Zimmer 1408), USA 2007 – deutscher Kinostart: 13.09.2007
3/10 Punkte
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